Montag, März 24, 2008

Ostertour ins Børgefjell

Wir sind zurück von unserer Ostertour! Das Wetter war exakt wie die Vorhersage: jeden Tag strahlend blauer Himmel und extrem kalt!

Mittwoch Mittag sind wir in Trondheim los gefahren. 4.5 Stunden Fahrt gen Norden sind es bis in den Børgefjell-Nationalpark. Nach einem warmen Abendbrot in einer Raststätte an der E6 stand uns die erste Nacht im Zelt bevor. Der Himmel war klar und die angekündigten Kältegrade waren schon fühlbar. Da wir unsere Zeltausrüstung eine Weile nicht verwendet hatten und auch nicht alles unsere eigene war, nutzen wir diese Nacht neben dem Auto als Test, bevor es in die Wildnis gehen sollte. Dies war auch sehr gut, da wir feststellten, dass sich unsere Therm-A-Rest (selbstaufblasbare Isomatte) bei den Minusgraden nicht aufblasen wollte und man auch mit manuellem Aufblasen keine Luft rein bekam. Zum Glück hatten wir noch eine andere stink-normale Isomatte im Auto liegen. Unser Kocher erwies sich als sehr gute Zeltheizung (auch wenn im Zelt so ein Schildchen angebracht ist, was offenes Feuer verbietet ;-)) und der Abend und auch Morgen waren schön warm. Das Problem war die Zeit dazwischen, also die Nacht, wo wir eigentlich schlafen wollten. Einzeln in unseren Schlafsäcken konnte zumindest ich nicht schlafen, weil es zu kalt war und auch Martin, der sonst ni so schnell friert, war es zu kalt. Also knüpften wir unsere Schlafsäcke mitten in der Nacht zusammen und hatten nun einen großen, den wir zusammen wärmen konnten. Dies war wesentlich effektiver, wäre da nicht immer der übrige leere und somit kalte Platz im Schlafsack, da zwei Schlafsäcke für uns beide nun doch zu groß sind. Den kommenden Morgen zeigte es auf unserem Thermometer, welches im Auto lag und dort auch schon etwas Sonne drauf schien, -15°C an.

Nach dieser Testnacht, packten wir alles auf die Pulka und los ging es in die Berge. Wir hatten beide nur einen angenehm leichten und kleinen Rucksack. Das restliche Gepäck war auf der Pulka verstaut, welche man nun aber bergauf auch nur noch zu zweit ziehen konnte.

Von Simskardet ging es in den Nationalpark. Die Sonne schien und die Temperaturen waren eigentlich recht angenehm, leider nur so lange wir im Tal waren. Auf der Hochebene, welche es rund 10 km zu überqueren galt, pfiff ein ordentlicher Wind und die Wirkung der Sonne lies sehr zu wünschen übrig. Man musste sämtliche Hautstellen irgendwie vor dem Wind schützen, sonst sind sie eingefroren. Zum Glück fanden wir eine Schneewehe, wo wir etwas geschützt ein Päuschen machen konnten. Trotzdem zog sich der Weg über dieses Plateau schier endlos dahin und man schien nicht vorwärts zu kommen. Die Vorstellung die kommende Nacht bei solchem Sturm und der extremen Kälte im Zelt verbringen zu müssen, nahm uns etwas die Motivation. Ein Blick auf die Karte zeigte uns, dass es auf der anderen Seite des Plateaus nicht sehr weit runter gehen würde, daher kein tiefes Tal oder Bäume, die als Windschutz dienen könnten. Also beschlossen wir, fast an der höchste Stelle angekommen, wieder um zu kehren und in das schützende Tal des Simskardelva zurück zu kehren. Der Rückweg ging recht fix, bergab und mit Rückenwind. Trotzdem waren wir ganz schön kaputt, als wir endlich eine Zeltstelle gefunden hatten.


Am Abend klappte unsere Zeltheizung wieder perfekt. Auch wenn sie nicht lange durchhalten musste, da wir uns nicht mehr lange wach halten konnten. Diese Nacht schliefen wir verhältniss mäßig gut, obwohl es garantiert nicht wärmer war, und vorallem auch lange, bis uns den nächsten Morgen die Sonne weckte und uns nach draußen lockte. Es war nun fast windstill und in der Sonne wirklich angenehm warm.



Die neuen Pläne, nach unserem gescheiterten Plan ein Rundtour zu unternehmen, waren schnell geschmiedet. Nur zu verlockend stand der Golvernasen (1220m) direkt vor uns. Die Schneebedinungen waren recht gut, kaum Neuschnee, nur recht hart gepresster Schnee. Also eine nicht sehr hohe Lawinengefahr, wo wir uns auch etwas steilere Berge hoch wagen konnten.


Das Wetter war einfach nur herrlich. In der Sonne wurde es richtig warm und wir mussten die Jacken ausziehen. Ist schon unglaublich was für eine Kraft die Sonne mitlerweile hat. Wenn man dagegen in den Schatten kommt, merkt man erst wie kalt es wirklich war. Ein Mittagspäuschen in der Sonne konnten wir uns nicht entgehe lassen und die Stelle war so schön, dass wir uns gar nicht wieder so richtig aufraffen konnten weiter zu gehen. Aber nach der gestrigen Niederlage, wollten wir heute nicht schon wieder unverrichteter Dinge zum Zelt zurück kehren.



Die Sicht vom Gipfel war überwältigend. Auch wenn es wieder so ein typischer norwegischer Gipfel war, wo man sich nicht so ganz sicher war, welches nun der Gipfel ist. Zumal hier irgendwie das Steinmännchen fehlte.

Die Abfahrt war recht anstrengend über den harten und unebenen Schnee. Man wurde ziemlich schnell und musste ganz schön aufpassen das Gleichgewicht zu halten bei den ganzen Huggeln und Kanten.


Die nächste Nacht war nicht mehr so schön, es war nun noch kälter und wir haben nicht sehr gut geschlafen. Morgens schien zwar wieder die Sonne, aber irgendwie wärmte sie heute nicht richtig. Unsere Zeltheizung mussten wir aufgeben, weil sie auf einmal so sehr nach Benzin stank, dass uns davon nur die Augen brannten. Alles Essen was sich nicht irgendwie in Pulverform in Tüten befand war tiefgefroren. Also eine Scheibe Brot mit Käse oder Wurst war ausgeschlossen. Daraufhin beschlossen wir, dass drei Nächte bei unter -15°C, wahrscheinlich waren es die letzte Nacht eher -20°C, erst einmal genug sind. Den restlichen Tag verbrachten wir damit ganz gemächlich unseren Lagerplatz wieder auf der Pulka zu verstauen. Zuvor haben wir aber noch probiert, was man mit einer Pulka noch so tolles machen kann, nämlich rodeln:



Der Rückweg zeigte sich wieder von seiner schönsten Seite und wir genossen die herrliche Landschaft. Am Auto angekommen, freuten wir uns, dass dieses auch nach 3 Tagen in der Kälte immer noch startete und uns zum nächstgelegenen Hotel bringen konnte. Nach den 3 Nächten in der Kälte war so ein Hotelzimmer, eine warme Dusche und ein leckeres Frühstück im Warmen absoluter Luxus!

Frisch und munter konnten wir uns so den nächsten Tag wieder auf eine kleine Tour begeben, einfach nur vom Hotel aus auf den nächsten Berg, ohne Pulka und nur mit kleinem Rucksack.



Auch wenn es auf dem Gipfel wieder einmal ordentlich zog, fanden wir im Tal ein windstilles Plätzchen zum Feuer machen und so richtiger Osterstimmung geniesen.



Nach dieser Tour sind wir noch zurück nach Trondheim gefahren. Den Ostermontag verbrachten wir mit Wäsche waschen und Sachen wieder für die nächste Tour packen. Martin trifft sich mit seinem Vati im Rondane. Sie wollen von der Rondvassbu aus richtige Skitouren gehen. Und mich verschlägt es für den Rest der Woche nach Deutschland! Außerdem mussten wir schon einmal Kisten packen für den bevorstehenden Umzug. Ich komme ja erst Sonntag spät abends zurück und Montag steht der Umszug vor der Tür.

Montag, März 17, 2008

Plan für Ostern: Børgefjell

Die Wettervorhersage ist (bis auf die Temperaturen) richtig gut:



Wir werden uns in den Børgefjell Nationalpark aufmachen. Dort gibt es innerhalb des Parkes keine Spuren von Zivilisation. Also nur Natur pur, kein Handy, kein Internet nur Schnee, Kaelte und Wildnis...

Unsere (geplante) Tour entspricht der roten Linie in der Karte. Die blauen linien sind optionen/Abkuerzungen. Nur damit ihr wisst wo wir uns so rumtreiben werden ;-)

Sonntag, März 16, 2008

Mal ein gemütliches Wochenende

Nach dem wir die letzten Wochenenden nur unterwegs waren und Mitte nächster Woche auch unsere Ostertour beginnen soll, mussten wir das Wochenende einmal zu Hause verbringen und ein paar Sachen erledigen.

Samstag Vormittag sind wir in allen möglichen Sportläden und Möbelgeschäften rum gefahren, um unsere Ausrüstung aufzufrischen und schon einmal Ausschau für Möbel für unsere neue Wohnung zu halten. Wir benötigen ja gleich am ersten Tag ein Bett und leider haben wir vor dem 31. März keine Zeit mehr uns um zu sehen. Nachmittags waren wir reiten, mal eine etwas längere Tour immer entlang am Jonsvatnet. Leider hatte Vinni ein bisschen ne Macke, ihr schien es nicht so richtig geheuer zu sein so weit weg vom Stall zu sein.

Für die, die es noch nicht wissen: Ja wir ziehen um! Am 31. März. Wir haben endlich eine Wohnung gefunden, sogar eine Mietwohnung, wo alles perfekt ist: mit Balkon Richtung Fjord, Holzofen und Badewanne, Gästezimmer darf natürlich auch nicht fehlen. Und das beste, ich habe nun nur noch 100m Fussweg auf Arbeit und der Martin muss jeden morgen nur den Hang runter rollen. Für die die Trondheim etwas kennen, die Wohnung liegt fast am Ladestien, der entlang der Küste geht, unweit den Kletterfelsen von Korsvika.

Am Sonntag ist Martin mit ein paar Arbeitskollegen zum Vassfjellet Ski fahren gefahren und ich habe norwegisch Hausaufgaben gemacht :-( Und nun sitzen wir an der Planung für unsere Ostertour, während im Backofen der Lammbraten fürs Abendbrot schmort. Der Wetterbericht sieht bisher ganz gut aus, nur etwas kalt um tatsächlich die ganze Zeit im Zelt zu übernachten ... mal sehen wie wir uns letztendlich entscheiden.

Dienstag, März 11, 2008

Sonnenbaden auf der Fosenkoia

Dies war eines der schönsten Wochenenden überhaupt. Das Wetter war super, vor allem viel besser als der Wetterbericht vorhergesagt hatte und die Hütte auch sehr schön.
Samstag morgen ging es zuerst mit der Fähre über den Fjord und dann nur noch etwas den Berg hinauf zur Fosenkoia. Eine der wenigen Hütten des Unihüttennetzes auf der wir noch nicht waren. Jetzt fehlen uns nur noch zwei Hütten. Mit uns war ein Arbeitskollege von Martin, der Mark, ein Südafrikaner. Viel Ski-Erfahrung hatte er noch nicht, aber er hat sich ganz gut angestellt.



Die Orientierung zur Hütte stellte sich als nicht ganz so einfach heraus. Wir sind der Bequemheit halber etwas zu lange einer Schneemobilspur gefolgt und mussten dadurch ein paar recht steile Täler und Wälder queren.


Wieder in halbwegs gutem Gelände angekommen, erreichten wir die Hütte recht fix und ohne suchen.

Der Tag war noch lang und das Wetter einfach herrlich, so machten wir uns noch einem kurzem Picknick vor der Hütte, wieder auf Richtung nächstgelegenem Berg.



Die Sicht war genial, besonders auf den Fjord und Trondheim.

Runter waren wir natürlich wieder total fix und hatten jede menge Spaß beim Skispringen.






Aber das war auch gut so, denn wir mussten noch etwas trockenes Holz beschaffen um es abends in der Hütte gemütlich zu haben. An der Hütte war leider nichts gesägtes und gehacktes.


Am Sonntag wurde ausgeschlafen und nach einem grauen Tagesanbruch schaffte es die Sonne bald wieder nach draußen und zauberte herrliche Lichtstimmungen hin. Den gesamten Sonntag verbrachten wir mit dem Fällen von toten Bäumen und Holz sägen und hacken, um die schlechte Holzsituation an der Hütte etwas aufzubessern.

Bei der Aussicht und dem Wetter macht auch das arbeiten Spaß!



Martin sein Skistock gab ganz plötzlich und ohne jede Vorwarnung den Geist auf, d.h. er ist einfach zerbrochen. Um irgendwie wieder nach Hause zu kommen hat er etwas improvisiert und es hat super gehalten.




Wir nutzen den Tag so lange wie möglich auf der Hütte und fuhren mit sehr schöner Sonnenuntergangsstimmung zurück. Auch der Rückweg war nicht ganz einfach, trotz das wir einen anderen Weg einschlugen, galt es mehrere bewaldete Steilstufen und Bäche zu überqueren. Das nächste mal werden wir hoffentlich den richtigen Weg finden, zumindest muss er irgendwo zwischen den beiden von uns gewählten Varianten liegen.

Mittwoch, März 05, 2008

Reitabenteuer im Tiefschnee

Wie jeden Mittwoch sind wir auch heute reiten gegangen, nur dass es die letzten drei Tage ununterbrochen geschneit hat. So wie man von geräumten Wegen abkommt (freiwillig oder unfreiwillig) versackt das Pferd (und mit ihm auch der Reiter) im Tiefschnee. Im folgenden Bild ist der Foldig (mit dem Martin) bis zum Bauch im Schnee versackt.



Er ist aber ganz ruhig geblieben und hat sich auf Kommando in aller Ruhe aus dem Schnee gewühlt. War wahrscheinlich ne angenehme Kühlung. Bei dem dicken Pelz den er hat, kommt er immer ganz schön ins schwitzen.


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Sonntag, März 02, 2008

Hochzeit in Røros

Dies war ein sehr erlebnisreiches Wochenende! Wir waren auf eine Hochzeit in Røros eingeladen. Røros ist eine alte Bergbaustadt und Unesco Weltkulturerbe. Vorallem im Winter hat die Stadt einen besonderen Reiz. Es kann extrem kalt werden (-30°C sind normal) und es liegt natürlich viel Schnee. Mit den Temperaturen hatten wir Glück, es waren nur knapp unter 0°C, aber Schnee war trotzdem reichlich vorhanden.

Freitag abend sind wir gleich nach Arbeit losgefahren. Am Abend gab es schon etwas Essen, doch das beste war die "Kanefart" im Anschluss daran. Mit 14 Pferdeschlitten ging es eine knappe Stunde durch Røros begleitet von dem Geklingel der Pferdeglocken. Die Schlitten wurden ursprünglich für Lasten verwendet, waren nun aber mit schön wärmenden Fellen ausgestattet. Leider hatte ich meine Kamera nicht mit und wir haben nur ein paar Fotos von Martins Digitalkamera, wo der Blitz nicht ausreichend war. Es war extrem gemütlich, wie man vielleicht trotzdem auf den Fotos erkennen kann. Jeweils vier Leute auf einem Schlitten und an allen Schlitten waren Fackeln.




Samstag Vormittag begaben wir uns auf einen kleinen Stadtbummel. Røros ist immer wieder ein reizendes Städtchen, wo man sich an den alten bunten Holzhäusern nicht satt sehen kann. Hier auch einmal ein paar Bilder von den typischen Schlitten. Man stellt sich hinten auf die Kufen und schiebt sich mit einem Fuss ab. Diese Fortbewegungsmethode ist hier im Winter recht weit verbreitet, vor allem unter älteren Menschen, die so wesentlich einfacher mit den glatten Straßenverhälnissen klar kommen und natürlich auch unter Kindern, die es aber mehr als Spaß verwenden.






Diesmal sind wir einmal ins "Schmelzhütten-Museum" gegangen. Dieses war ziemlich interessant. Es gab zahlreiche Modelle von verschiedenen Gebäuden des Bergwerkbetriebes. Darunter waren auch viele Modelle, die die damalige Technik mit Wasserrädern zeigten und wie damit verschiedenste Sachen angetrieben wurden. Natürlich haben sich diese auch bewegt.




Nachmittags ging es dann zur Trauung in die Kirche. Mindestens 50% der Frauen hatten die traditionelle norwegische Tracht ("Bunad") an, bei den Männern waren es etwas weniger. In dieser Hinsicht haben die Norweger einen recht starken Nationalstolz. Auch das Hochzeitsauto war mit einer Schleife in Norwegenfarben geschmückt. Das Hochzeitspaar, Ingjerd und Halvor, hat allerdings nicht in Tracht geheiratet.




Die Schuhe, die zur Bunad dazu gehören, schienen allerdings nicht so richtig den norwegischen Wintern angepasst zu sein ... auf Schnee gab es nur unkontrolliertes rutschen. Da musste Martin ein bisschen als Bremse nachhelfen.


Anschließend an die Trauung in der Kirche, wurde natürlich gefeiert. Mit einem zünftigem norwegischen Essen ... vom Bräutigam selbstgejagter Elch und von der Braut selber gesammelte Preiselbeeren und natürlich reichlich Alkohol. Und was bei norwegischen Feiern ja nie fehlen darf: stundenlange Ansprachen und Reden und dies in allen möglichen Dialekten, die wir natürlich nicht alle komplett verstanden.

Der Abend wurde ziemlich lang und dementsprechend spät wurde es am nächsten Morgen. Es hat aber trotzdem noch für eine kleine Skitour auf dem Rückweg von Røros gereicht. Wir haben uns mal wieder an einem Feuerchen versucht, was aber nicht so ganz geklappt hat. Erstens war der Schnee so tief, dass wir erst einmal ein ganz schön tiefes Loch buddeln mussten und zweitens war kein trockenes Holz zu finden. Also das Feuer hat eigentlich mehr gequalmt als gebrannt. Aber unsere Thermoskanne haben wir trotzdem mit heißem Wasser voll bekommen und für eine Tütensuppe hat es auch noch gereicht.


Einen kleinen Gipfel gab es auch noch. Besonders die Abfahrt hat Spaß gemacht, schöner Schnee und nicht zu steil ;-)