Erst waren wir uns ja etwas unsicher, ob man sich mit einem Kanu aufs Meer trauen kann. Nach kurzem Zögern haben wir dann aber doch die Sachen gepackt und sind mit drei Arbeitskollegen vom Martin in Richtung Küste aufgebrochen. Die Route stand schnell fest. Wir wollten eine Halbinsel bei Hitra umrunden. Der grösste Teil der Strecke war durch schmale Fjorde und Inseln vom Meer getrennt.

Bei herrlichem Wetter haben wir die Boote zu Wasser gelassen und beladen.

Wir haben unser Kanu vorsichtshalber mit einer Spritzdecke versehen, damit es nicht gleich bei der ersten Welle vollläuft ;-).

Nach einem eher gemütlichen Paddeltag haben wir ein wunderschönes Plätzchen zum übernachten gefunden. Der kleine Felsvorsprung war nur vom Wasser aus zu erreichen und war zum Land hin durch Felsen abgetrennt.

Nachdem das Zelt aufgebaut war, hieß es "Essen beschaffen"- also angeln gehen! Martin hatte schon nach kurzer Zeit zwei Seelachse an der Angel und kurz danach noch eine richtig schöne Meerforelle (der Grosse unten im Foto).


Die gefangenen Fische wurden anschließend am Lagerfeuer gegrillt und gaben zusammen mit den Folienkartoffeln ein super-leckeres Abendbrot .

Zum Nachtisch gab es dann noch Marshmallows ...

Der nächste Morgen (Pfingstsonntag) war dann eher ernüchternd: starker Wind und hohe Wellen. Keine guten Voraussetzungen um Kanu zu fahren - besonders wenn das Wasser nur 4-5 Grad warm ist. Also haben wir uns entschieden abzuwarten und einen Ruhetag einzulegen.

Wir haben uns die Zeit mit lesen und einer kleinen Bergtour vertrieben. Der Felsen hinter unserem Zeltplatz sah einfach zu verlockend aus und gab auch bei Regen ein gutes Ziel ab.

Von oben hatte man einen guten Blick auf unser kleines Camp und die vorgelagerten Inseln.

Der Pfingstmontagmorgen sah gleich wieder viel besser aus. Schon beim Aufwachen stellten wir fest, dass der Wind nachgelassen hatte und nach einem kurzen Blick aus dem Zelt war auch die Sorge der hohen Wellen zerstreut. Wir sind zeitig aufgestanden, haben das Lager abgebaut und sind alsbald losgepaddelt. Da wir am Vortag nicht weiter gekommen sind, war die zu bewältigende Distanz recht groß (17 km).

Kurz nach dem Losfahren hatten wir gleich eine spannende Begegnung mit drei Schweinswalen, die nur 5m entfernt von unserem Kanu auftauchten. Ist wirklich beeindruckend diese Tiere aus so kurzer Distanz und dann noch in einem kleinen Kanu zu beobachten - der Foto war leider zu tief im wasserdichten Packsack vergraben :-(

Im laufe des Vormittags frischte der Wind leider wieder auf und es fing auch an zu Regnen. Der Åsfjord, auf dem wir nun unterwegs waren, ist ein recht breiter Fjord, was teilweise recht frustrierend sein kann. Man hat das Gefühl überhaupt nicht voran zu kommen, da sich die Landschaft um einen herum nur sehr langsam ändert.


Nach anstrengenden 5 Stunden paddeln mit nur einer kurzen Pause sind wir recht ausgelaugt aber glücklich wieder am Ausgangspunkt angekommen.
Für die nächste Tour haben wir uns einen Binnensee vorgenommen, da kann man mit etwas weniger Wind und Wellen und wärmeres Wasser hoffen ;-)