Dieses Sylvester war alles etwas anders als letztes Jahr. Wir waren nur zu viert (Martin, Martina, Egbert und Tobi) und kamen auch alle fast gleichzeitig in Trondheim auf dem Flughafen an. Dann ging es erst einmal zu uns nach Hause. Dort wurde gepackt. Das meiste hatte ich schon bereitgestellt, so dass es recht fix ging und wir schon 15 Uhr wieder aufbrechen konnten. Mit einem kleinen Stop am Supermarkt ging es ins Sylane, ein Gebirge südöstlich von Trondheim an der schwedischen Grenze. Natürlich waren wir erst im Dunklen dort, aber der Weg zu unserer ersten Herberge, der Græslihytta, war sehr gut markiert und der ausreichend vorhandene Schnee machte alle setwas heller. Auf der Hütte war allerdings lange niemand gewesen, so dass es eine ganze Weile dauerte bis wir es warm hatten.
Den nächsten morgen, war das Wetter nicht gerade sehr verlockend ... aber wir wollten trotzdem weiter auf die nächste Hütte, die Hognabu, unsere Lieblingshütte mitten in den Bergen. Eigentlich sah es auf der Karte nicht weit aus und wir planten ca. 2h ein ... weit verfehlt, wie sich später herausstellte. Die meiste Zeit kämpften wir gegen Schneesturm an und die Sicht lies sehr zu wünschen übrig. Zum Glück konnten wir uns noch vom letzten mal an eine sehr große Schneewächte erinnern, die jetzt kaum sichtbar war. Dies kann recht gefährlich werden, wenn es plötzlich mal 10m oder mehr senkrecht abwärts geht. Wir haben dort ganz schön lange nach einem Weg drum rum gesucht. Letzendlich haben wir es aber irgendwie geschafft und sind auch noch vor dem dunkel werden an der Hognabu angekommen. Die sehr kleine Hütte war sehr schnell warm und für das ausgelassene Mittagessen wurden gleich ein paar frische Waffeln auf den Tisch gezaubert. So verbrachten wir einen typischen Hüttenwinterabend mit essen, spielen und wieder essen und natürlich das Gläschen Wein nicht zu vergessen.
(Foto von Egbert)
(Foto von Egbert)Wie vom Wetterbericht versprochen, begrüßte uns den nächsten morgen strahlend blauer Himmel. Und es dauerte nicht lange bis es die Sonne über die Berge geschafft hatte. Als wir an der Hütte aufbrachen, wurde schon die Spitze des Ruten (1179m), unser heutiges Ziel angestrahlt. Wir nahmen aber nicht den direkten Weg, sondern begaben uns von hinten auf den Berg. Je höher wir kamen, um so eisiger wurde der Wind. Dazu noch sehr steile und eisige Passagen machten die Tour etwas zum Abenteuer. Dafür erwartete uns auf dem Gipfel eine geniale Lichtstimmung ... die Sonne machte sich schon wieder ans Untergehen und sand die letzten Strahlen auf die Berge. Die Abfahrt ging recht fix und wir waren gerade mit dem letzten bisschen Licht wieder an der Hütte.





Nach dieser herrlichen Tour, hatten wir Mühe noch bis Mitternacht wach zu bleiben. Wir bereiteten ein Festmahl und spielten wieder Spiele, um uns wach zu halten. Für Mitternacht wurde Glühwein bereitet. Ich hatte von meinen Eltern zwei Beutel mit Glühwein in Pulverform bekommen. Gespannt saßen wir 12 Uhr vor unseren Tassen, was sich jedoch als ziemliche Entäuschung herausstellte. Alle vier Tassen wurden statt in unseren Magen aus dem Fenster geleert. Das Zeug war einfach nicht drinkbar. Naja, haben wir dann nur mit purem Rum angestoßen.
Den nächsten Tag sollte es schon wieder zurück zur Græslihytta gehen. Das Wetter war immer noch herrlich und wir konnten die Tour richtig geniesen. Wir nahmen nicht den direkten Weg, sondern stellten unterwegs die Rucksäcke und Pulka ab und bestiegen noch die Melshøgna. Oben hielten wir es allerdings kaum aus, deswegen gab es nur schnell ein Gipfelfoto und runter gings wieder. Das letzte Stückchen Weg, legten wir in Rekordzeit zurück und haben es wieder gerade so vorm dunkel werden geschafft. Total kaputt an der Hütte freuten wir uns, dass diese noch von unseren Vorgängern warm war.




Die Schneewächte, die uns auf dem Hinweg zum Hindernis wurde.

Der Abend wurde recht kurz, da wir den nächsten morgen sehr früh raus mussten. Die Wecker waren 5 Uhr gestellt, Tobi und Egbert mussten um 9 Uhr auf dem Flughafen sein. Der Abstieg von der Hütte ging besser als erwartet, so hatten wir ausreichend Zeit alles ins Auto zu verstauen und zum Flughafen zu fahren.