Sonntag, September 30, 2007

Tini allein in Trondheim ;-)

Am Mittwoch ist der Martin mit meinen Großeltern zurück nach Deutschland geflogen. Dort bleibt er bis Montag und besucht eine Tagung in Freiberg. Also habe ich sturmfrei, das ganze Wochenende! Der Wetterbericht für das Wochenende war super, also stand fest, dass ich irgendwie raus muss. Freitag Abend ging es noch nach Trollheimen. Im Dunkeln wanderte ich mit Rucksack und allen nötigen Dingen vollgepackt bis zur Jøldalshytta, um dort mein Zelt aufzuschlagen. Es war sternenklar und der Mond schien so hell, dass ich gar nicht alleine unterwegs war, mein Schatten war ständig neben mir. Und zum Zelt aufbauen benötigte ich nicht einmal eine Stirnlampe. Einen Nachteil hatte dieser Sternenklare Himmel allerdings, es wurde extrem kalt nachts :-( Natürlich habe ich wie immer in meinem Schlafsack gefroren und konnte nicht richtig schlafen.


Der nächste Morgen begrüßte mich mit genialem Wetter. Ich packte schnell zusammen, nicht nur um warm zu werden sondern auch um so schnell wie möglich in die Berge zu kommen und den ganzen Tag auszunutzen. Schon auf dem ersten Stück war ich dem Nachtfrost doch wieder dankbar ... sämtliche tiefen Matschlöcher waren gefroren und man konnte einfach so drüber gehen.


Nicht ganz frisch und munter quälte ich mich die ersten Anstiege mit meinem verdammt schweren Rucksack hoch. Wenn man alles alleine in einem Rucksack hat, wirds ganz schön schwer. Auf dem ersten Rücken angekommen, begleitete mich die ganze Zeit eine geniale Aussicht und ich merkte dadurch nichts mehr von der Anstrengung. Ich schien weit und breit die einzigste hier in den Bergen zu sein. Je weiter ich kam, umso mehr Schnee wurde es. Ich wurde mir langsam unsicher, ob es überhaupt möglich war, bis zur Trollhetta zu gelangen. Und eigentlich wollte ich ja auch auf der anderen Seite Richtung Trollheimshytta absteigen, um am Sonntag gemütlich im Tal zurück zu gehen.



Gipfel in Sicht. Der eigentliche ist der hintere, da ist noch ein Tal dazwischen, was man auf dem Foto fast gar nicht erkennt.

Meine Befürchtungen stellten sich als Tatsache heraus. Kurz vor der Trollhetta, auf einer Art Vorgipfel, stand ein riesen großes Steinmännl, schon mit dem Gipfelbuch der Trollhetta ... wahrscheinlich kommen nicht sehr viele wirklich bis auf die Trollhetta. Um auf die Trollhetta zu gelangen muss man eigentlich fast klettern. Das habe ich dann aufgrund der Witterungsbedingungen (Schnee, Eis und extremer Sturm) und meinem großen Rucksack lieber gelassen. Nach mir kamen dann doch noch ein paar Leute, die es auch alle auf gaben. Also musste ich die ganze Strecke wieder zurück und habe meinen schweren Rucksack komplett umsonst durch die Gegend getragen :-(

Hier das besagte Steinmännl mit Gipfelbuch. Im Hintergrund einer der beiden Gipfel der Trollhetta. Direkt gerade hoch die Kante sollte es gehen. Vorher musste man aber nocheinmal ein Stück absteigen, im obersten Stück eher klettern, wie auf dem nächsten Bild zu sehen ist. Dies ist aus der Scharte wo es auf den Gipfel geht zurück Richtung Vorgipfel geblickt.


Und hier noch ein Blick Richtung zweitem Hauptgipfel der Trollhetta, der erste Hauptgipfel liegt rechts vom Bild. Auf dem unteren Bild sind beide Hauptgipfel zu sehen. Der NAme steht über beide drüber geschrieben, der höhere ist aber der linke (nur 20m höher). Um auf der anderen Seite abzusteigen, hätte ich über beide drüber gemusst. Aussichtslos bei den Bedingungen. Ich war letztendlich nur in der Scharte ganz rechts im Bild, ist hier halb verdeckt.


Total fertig von 10 Stunden auf den Beinen, habe ich den Abend gemütlich in der Jøldalshytta verbracht. Wurde sogar zum Essen eingeladen, lecker Lamm mit Reis ... nicht nur Fertignudeln aus der Tüte, die es aus meinem Proviant gegeben hätte. Letztendlich habe ich aber trotzdem im Zelt vor der Hütte geschlafen, da hatte ich meine Ruhe und es war nun auch nicht mehr so kalt. Sonntag morgen konnte ich mich kaum noch bewegen und da das Wetter auch nicht mehr so verlockend aussah, beschloss ich mich wieder Richtung Trondheim aufzumachen. Hab noch zwei andere wander-geschädigte, die nicht mehr richtig laufen konnten mitgenommen und unterwegs abgesetzt. So war ich schon zum späten Mittag wieder in Trondheim und hatte genügend Zeit, das ganze Chaos hier wieder zu beseitigen und gründlich sauber zu machen, bevor der Martin morgen wieder kommt.

1 Kommentar:

karola hat gesagt…

Ne, du machst Sachen. Aber das mit den Gipfeln (der links ist der Hauptgipfel der andere ist höher und ich war dort, was ich nicht erkennen kann....) das habe ich nicht so richtig verstanden.;-) Und wenn ich den ganzen Schnee sehe, bloß gut dass du zu mir kommst, hier gibt´s das nicht.